Rede von Ute Lamla zur Aktuellen Stunde

  • Veröffentlicht am: 22. Mai 2019 - 10:37
Ute Lamla ©Schäfer

Rede von Ute Lamla zur Aktuellen Stunde in der Regionsversammlung am 21.05.2019:

Europäische Herausforderung Klimaschutz: Wie können wir in der Region unsere Verantwortung für den Klimaschutz wahrnehmen?

 

+++++ Es gilt das gesprochene Wort +++++++

 

Sehr geehrter Herr Präsident,

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,

Sehr geehrte Damen und Herren,

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

Dürre, Trockenheit, Hitzeperioden, Sturzregen

Und nicht nur das stellt uns vor Herausforderungen.

Warum das Klima schützen?

Klimaschutz ist Menschenschutz.

Unsere Situation ist brenzlig und sogar bedrohlich, meine Damen und Herren.

Die Klimaveränderung ist schneller als wir dachten.

 

Klimaschutz ist Natur- und Artenschutz

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes ist das Risiko heftiger Niederschläge in den Landkreisen in Norddeutschland höher als bisher angenommen. Die Situation ist äußerst angespannt.

Wissenschaftler*innen weltweit befürchten, dass es weit nach 12 Uhr ist.

Die klimatischen Veränderungen sind nicht nur für unsere Feldlerchen und Wildbienen ernst.

Heute ist sogar zu befürchten, dass die Auswirkungen beim Eintritt von sogenannten Kipppunkten die Anpassungsmöglichkeiten der menschlichen Gesellschaft übersteigen.

Ein Beispiel dafür wäre die Zerstörung der ozeanischen Zirkulation im Nordatlantik. Neben einer möglichen Abkühlung in Nordwesteuropa hätte ein Versiegen des Nordatlantikstroms jedoch noch schwerwiegendere Folgen. Durch eine Erwärmung der Wassermassen in der Tiefsee kann es langfristig zu einem zusätzlichen Anstieg des globalen Meeresspiegels von bis zu 1 Meter kommen.

 

Klimaschutz ist eine Frage gewissenhafter Finanzpolitik

Laut NDR hat die Trockenheit der Forst- und Landwirtschaft in Niedersachsen 2018 schwer zugesetzt: 80 Millionen Euro Verluste in der Landwirtschaft, Waldschäden in Höhe von ca. 300 Millionen.

Laut Munich Re war 2017 das teuerste Jahr der Geschichte für Versicherungen. Naturkatastrophen verursachten weltweit versicherte Schäden von rund 135 Milliarden Dollar.

Herr Ulrich Wallin von Hannover Rück sagt: "Wir haben […] langfristige Prognosen. Und die deuten darauf hin, dass das Leben, wie wir es kennen, sehr wahrscheinlich erheblich gefährdet wird."

Wir fordern deshalb, bei allen Beschlüssen die langfristigen finanziellen Auswirkungen auf den Klimawandel zu berechnen.

 

Was hat Europa damit zu tun?

Das zweite Ziel der EU-Förderpolitik ist ab 2021 „ein grüneres, CO2-freies Europa, das das Übereinkommen von Paris umsetzt und in die Energiewende, in erneuerbare Energien und in die Bekämpfung des Klimawandels investiert.“

Durch die EU-Förderpolitik können auch wir hier vor Ort mit Projekten noch mehr für den Klimaschutz erreichen.

Europa gibt zu dem schon lange höhere Standards bei der Gebäudeenergieeffizienz vor.

Wie wir durch die CO2 Bilanz der Region wissen, machen die privaten Haushalte alleine schon 25 Prozent der Treibhausgasemissionen aus.

Deutschland setzt diese Richtlinie aber nach wie vor nicht in deutsches Recht um. Und generell steht Deutschland im europäischen Vergleich schlecht da. Platz 17 bei den Erneuerbaren Energien.

Auf die Rüge der Europäischen Union zur Nichtumsetzung der Natura 2000 Schutzgebiete will ich hier gar nicht eingehen…

 

Und die Region?

Unter dem Stichwort Nachhaltigkeit findet sich auf der Internetseite der Region Hannover folgendes Leitbild. Hier geht es um:

  • die gerechte Verteilung der Ressourcen innerhalb einer Generation und der Schutz für zukünftige Generationen,
  • die ganzheitliche Betrachtung ökonomischer, ökologischer und sozialer Belange,
  • die globale Verantwortung lokalen Handelns sowie
  • das Prinzip der Partizipation bei der Entwicklung und Umsetzung dieses Leitbildes.

Handeln wir doch einfach danach!

Die Region hat viele gute Maßnahmen ins Leben gerufen, die erhalten beziehungsweise ausgeweitet werden sollten.



Wie Sie alle wissen, zeigt die CO2-Bilanz der Region  jedoch, dass die Maßnahmen noch nicht ausreichend sind.

Das Klimaschutzkonzept der Region beinhaltet 70 konkrete Klimaschutzmaßnahmen aus allen Dezernaten der Verwaltung und dem eigenen Wirkungskreis der Region Hannover. Diese 70 Maßnahmen müssen kontrolliert werden.

Außerdem fordern wir:

  • alle Beschlussdrucksachen müssen unter dem Aspekt der Klimafolgen bearbeitet werden
  • eine jährliche Bilanz des CO2-Reduktionspfades   
  • Eine Sicherstellung der Moore und FFH-Gebiete
  • Neubau in Form von PlusEnergieHäusern
  • Zuschüsse für klimagerechte Renovierungen von Bestandsgebäuden und Entlastung von der Grundsteuer
  • Unterstützung der Verwaltungen der Regionskommunen durch genügend Klimaschutzmanager*innen
  • Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie

 

Meine Damen und Herren,

wenn wir so weiter machen wie bisher, würden wir die Energiewende erst 2160 erreichen.

Die Schülerinnen und Schüler haben es deutlich formuliert. Nehmen wir unsere Verantwortung ernst!

Klimaschutz ist Menschenschutz, deshalb kann es ein „Weiter so“  für uns nicht geben.

Vielen Dank.



 

Ansprechpartnerin für weitere Informationen:

Ute Lamla, klimaschutzpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Grüne in der Regionsversammlung