Housing first funktioniert – Region muss mehr günstigen Wohnraum fördern

  • Veröffentlicht am: 14. Juli 2020 - 11:08

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Birgit Ballweg, Foto: Bündnis90/Die Grünen

 

Housing first funktioniert – Region muss mehr günstigen Wohnraum fördern

Die Region Hannover wird sich mit dem heutigen Beschluss der Regionsversammlung an einem Modellprojekt zu beteiligen, das wohnungslosen Menschen eine Perspektive in Einzelunterbringung ermöglichen soll. Obwohl die sich Region Hannover mit diesem Beschluss auch an einer Anschlussunterbringung für die Personen, die derzeit in der Jugendherberge leben, beteiligen will, wird es diese wohl doch nicht geben.

Sinja Münzberg, sozialpolitische Sprecherin der Grünen Regionsfraktion, begrüßt den Beschluss: „Die Unterbringung in der Jugendherberge hat eines ganz deutlich gemacht: der Ansatz Housing first funktioniert. Wenn Menschen so deutlich von einem zeitlich begrenzten Angebot profitieren, muss man darüber sprechen, wie man es zu einem Regelangebot machen kann. Dafür haben wir heute den Grundstein gelegt. “

In der letzten Sitzung des Sozialausschusses am 18. Juni hatten Regionsverwaltung und Große Koalition eine Anschlussunterbringung abgelehnt und stattdessen ein Modellprojekt zum Winter in Aussicht gestellt. Die Grünen hatten dieses Vorgehen in der Sitzung mit deutlichen Worten kritisiert und eine Anschlusslösung gefordert. 

„Dass Verwaltung und Große Koalition nun doch eine Beteiligung an den Kosten für eine Anschlussunterbringung beschließen will, ist gut und richtig. Leider scheint dafür aber noch immer keine geeignete Immobilie gefunden worden sein. Das ist für die Menschen, die ab Donnerstag wieder auf der Straße stehen, ein herber Rückschlag“ so Münzberg weiter. „Dass es so schwierig ist, eine Unterkunft zu finden, zeigt auch, dass wir dringend mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen müssen. Denn schließlich brauchen nicht nur die wohnungslosen Menschen, sondern auch viele Menschen mit geringem Einkommen, Familien und Senior*innen dringend eine bezahlbare Wohnung in der Region.“

Birgit Ballweg, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen Regionsfraktion: „Es ist doch erstaunlich zu hören, dass die Bewohner*innen der Jugendherberge dort in so kurzer Zeit, durch ein zur Ruhe kommen, endlich ihren Körper wieder wahrnehmen. Viele wohnungslose Menschen haben gesundheitliche Probleme und Einschränkungen. In der Jugendherberge haben sie sich gesundheitlich stabilisiert und eine Zukunftsperspektive entwickeln können. Diese Menschen haben gezeigt, dass Sie nicht auf der Straße leben wollen. Die Region Hannover wird Ihre Verantwortung für eine Anschlussunterbringung übernehmen. Mit der Beschlusslage erwarten wir GRÜNEN, dass für die gesundheitlich und psychisch stabilisierten Bewohner eine Einzelunterbringung organisiert wird!"

 

Ansprechpersonen:

Sinja Münzberg, sozial- und wohnungspolitische Sprecherin der Grünen Regionsfarktion

Birgit Ballweg, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen Regionsfraktion

 

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