Grüne verteidigen Schutzgebiet Steinhuder Meer

  • Veröffentlicht am: 17. Mai 2010 - 15:08

Durch die Äußerungen des Umweltminister Sander wird zwischen Naturschutz- und Touristikinteressen Streit geschürt. "Dass wir nun unsere Schutzgebiete vor unserem Umweltminister schützen müssen, ist für mich unbegreiflich", äußerte sich Ulrich Schmersow, umweltpolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen empört.

Umweltminister Hans-Heinrich Sander hatte bei einem Besuch des Steinhuder Meeres angekündigt, er wolle ggf. mit Gesetzesänderungen auf Landesebene den Vogelschutz zu Gunsten des Tourismus begrenzen. Nach § 44 des Bundesnaturschutzgesetzes ist es zum Schutz besonders geschützter Tierarten verboten, die Überwinterungszeiten der Vögel erheblich zu stören. Aus diesem Gesetz ergibt sich, dass von der Region als untere Naturschutzbehörde erlassene Winterfahrverbot für Hobby- und Berufsschifffahrt. "Herr Sander stellt sich mal wieder gegen europäisches Umwelt- und Naturschutzrecht. Das Steinhuder Meer ist ein Schutzgebiet internationaler Bedeutung und wir Grünen in der Region kämpfen für den Erhalt dieses einmaligen Naturraumes", betont Schmersow.

Sander nutzte seinen Besuch auch, um die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer e.V. (ÖSSM) anzugreifen. Der Verein, der sich um das Gleichgewicht zwischen Natur und Mensch bemüht, arbeitet zudem im praktischen Naturschutz und in der Bildungsarbeit an Schulen. Sie haben weit über die Grenzen der Region hinaus einen sehr guten Ruf in Fachfragen des Vogel- und Moorschutzes. "Die ÖSSM leistet gute Arbeit für den Naturschutz und die Menschen in unserer Region und verdient unsere Unterstützung", so Schmersow.

Bei Rückfragen erreichen Sie

Ulrich Schmersow unter 05108 / 2410 und 0511 / 16843839

Hintergrund:

Das Land Niedersachsen hat das Steinhuder Meer als Schutzgebiet nach Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) bei der Europäischen Union angemeldet. Die FFH-Richtlinie verfolgt das Ziel, die biologische Vielfalt in Europa zu erhalten.

Das Steinhuder Meer ist ein EU-Vogelschutzgebiet, vor allem für Rast- und Überwinterungsvögel. Niedersachsen ist verpflichtet die Bedingungen für die Vogelgäste zu erhalten und zu verbessern. Handlungen, die zur Verschlechterung führen sind nach EU- und Bundesrecht verboten.

Bezug: "Sander legt sich mit Region und Naturschutz an" HAZ, vom 17. Mai.2010

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