Region Hannover: Gender*

  • Veröffentlicht am: 13. Februar 2019 - 11:36
Nicole van der Made, © Foto: Brauers

Gender* für die Region Hannover

„Wir müssen sicherstellen, dass alle Menschen gleichermaßen genannt und dadurch auch mitgedacht werden.  Durch die Nutzung des  Gender * bringen wir Grüne das schon lange zum Ausdruck. Nachdem die größte Kommune der Region eine historische Entscheidung getroffen hat und den Gender* einführt , muss die Region nun folgen.  Deshalb fordern wir die Regionsverwaltung auf, ihren Leitfaden mit der Nutzung des Gender Stars für Verwaltungsschreiben anzuwenden.

Eine geschlechtergerechte Sprache folgt außerdem dem  Karlsruher Urteil, der Anerkennung des dritten Geschlechts.“  Und weil Sprache so einen großen Einfluss auf unser Denken und unsere Wahrnehmung hat und nicht zuletzt unsere gesellschaftliche Entwicklung spiegelt, ist es wichtig, dass wir Minderheiten sichtbar machen und schützen. Die geschlechtergerechte Sprache trägt dazu bei Missverständnisse zu verhindern.  Die deutsche Grammatik ist kein Naturphänomen, sie ist historisch, gesellschaftlich und aus patriarchalischen Strukturen heraus gewachsen.  Sie darf kritisiert und verändert werden. Der Gender* ist ein sprachpolitisches Thema und erst in zweiter Linie ein orthographisches!

Folgend unser Änderungsantrag, der am 19.03. im Gleichstellungssausschuss vorgestellt wird:

Die  Verwaltung wird aufgefordert in der Schriftsprache die Gleichstellung von Männern und Frauen und anderer Geschlechter durch den Gender-Stern zum Ausdruck zu bringen.

Sprache beeinflusst unser Denken. Wer immer nur von Ärzten, Politikern etc. schreibt, erzeugt Bilder von erfolgreichen Männern, während Frauen und alle anderen Geschlechter ausgeschlossen sind. Deshalb ist es gut, dass in der Region die geschlechtergerechte Sprache schon lange verwendet wird. Was noch fehlt, ist die Anerkennung der Vielfalt der Geschlechter.  In einer Stellungnahme der Gleichstellungsbeauftragten zur Regelung von geschlechtergerechten Sprache bei der Region Hannover vom April 2018 steht: „Der Gender* bietet damit eine diskriminierungsfreie Alternative in der Schriftsprache: Lehrer*innen stellt heraus, dass es eine Vielfalt von Positionierungen gibt.“ Im Rahmen von Gleichbehandlung hat das Bundesverfassungsgericht in einem Urteil die Einführung einer dritten Geschlechtsangabe für intersexuelle Menschen ermöglicht. Alle Menschen sollen zukünftig gleichermaßen genannt und dadurch mitgedacht werden. Und das darf sich auch in der Sprache wiederfinden- Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle sichtbar machen- Durch den Gender-Star werden […] Menschen mit einbezogen, die sich nicht in ein binäres System der Geschlechter einordnen können oder wollen und es wird (Selbst-)Definitionen Raum gegeben", heißt es in der Antragsbegründung des Bundesvorstands. "Transsexuelle, transgender und intersexuelle Personen werden so nicht mehr unsichtbar gemacht und diskriminiert."