Grüne: Geburten auch in der Pandemie selbstbestimmt und familienfreundlich gestalten

  • Veröffentlicht am: 1. Mai 2020 - 11:24
Birgit Ballweg, Foto: Bündnis90/Die Grünen

Grüne: Geburten auch in der Pandemie selbstbestimmt und familienfreundlich gestalten

 

Die Grünen fordern auch während der derzeitigen CoVid-19 Pandemie und dem wichtigen Schutz- und Hygienemaßnahmen in den Kliniken eine Begleitperson während des gesamten Geburtsvorgangs. Es muss eine Geburt ohne Schutzmaske für die Gebärende ermöglicht werden und die Partner*in eine Besuchszeit auf den Wöchnerinnenstationen eingeräumt werden. Hier erwarten wir kreative Lösungen in den Geburtskliniken.

„Eine unterstützende Begleitperson in der Geburtsphase ist zur physischen und psychischen Unterstützung unverzichtbar.“ äußert sich Birgit Ballweg Grüne gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen Regionsfaktion. „Es kann nicht sein, dass Begleitpersonen nach Hause geschickt werden, weil die Geburt noch nicht „richtig“ in Gang gekommen ist, dann aber nicht schnell genug zurück sind und die Geburt verpassen. Auch werden die Erstgebärenden mit Ihrer Situation allein gelassen. Die sich die Frage stellen müssen: Wann habe ich die „richtigen“ Wehen damit die Begleitperson bei mir bleiben darf?  Die Geburt benötigt eine entspannte Atmosphäre zum Wohle der Mutter und dem Neugeborenen“ ergänzt Ballweg.

Nicole van der Made, gleichstellungspolitische Sprecherin der Grünen Regionsfaktion, meint: „Unverhältnismäßig ist das angeordnete Tragen einer Schutzmaske der Gebärenden während des gesamten Geburtsvorgangs. Eine Geburt dauert zwischen 4 und 18 Stunden, bei schwierigem Verlauf deutlich länger. Das Tragen einer Maske ist zusätzlicher Stress und eine Zumutung. Allerdings sollen auch Hebammen nicht die gesamte Schicht in Schutzkleidung verbringen. Da muss es andere Lösungen geben. Beispielsweise einen CoVid-19 Test bei der Gebärenden und Begleitperson vor der Geburt.“ Aus Sicht von Frau van der Made ist das verpflichtende Tragen einer Maske unter der Geburt ein Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Frauen.

„Vergessen werden darf nicht die Zeit nach der Entbindung. Sie ist besonders wichtig, Mutter und Baby brauchen Ruhe und Erholung und natürlich die Partner*in, um zueinander zu finden. Ich habe Verständnis, dass es in der jetzigen Situation eingeschränkte Besuchszeiten auf den Geburtsstationen gibt aber das in den KRH geführten Geburtskliniken gar keine Besuchszeiten mehr angeboten werden, ist unverständlich. Dadurch verlassen die Frauen die Klinik kurz nach der Geburt, es fehlt die wichtige nachgeburtliche Unterstützung des pflegenden Fachpersonals. Folgen sind immer häufiger Probleme beim Stillen.“ so Vassiliki Chryssikopoulou, Co-Vorsitzende des Regionsverbandes der Grünen.

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe empfiehlt in einer Handreichung zu Präventionsmaßnahmen für die geburtshilfliche Versorgung, dass die Partner*in während der Geburt anwesend sein kann und das auch andere Kinder des Paares die Mutter nach der Entbindung besuchen können. Nur für Frauen, die mit Symptomen oder einer nachgewiesenen Corona Infektion zur Geburt erscheinen, wird das Tragen eines Mundschutzes empfohlen.

 

Ansprechpersonen für weitere Informationen:

Birgit Ballweg, gesundheitspolitische Sprecherin  der Grünen Regionsfraktion

Nicole van der Made, gleichstellungspolitische Sprecherin der Grünen Regionsfraktion

Vassiliki Chryssikopoulou, Co-Vorsitzende Grüner Regionsverband Hannover