Rede

Nicole van der Made: Rede zur neuen integrationspolitischen Strategie der Region Hannover (Antrag SPD/GRÜNE)

TOP 11: „Eine Region der Vielen“ Optimierung der integrationspolitischen Strategie der Region Hannover – Entwicklung eines Diversitäts- und Teilhabekonzepts Antrag der Fraktionen SPD und Bündnis 90/DIE GRÜNEN vom 9. April 2026

– Es gilt das gesprochene Wort –

Sehr geehrter Herr 1. Regionsrat Palandt,

sehr geehrte Frau Vorsitzende,

geschätzte Kolleg*innen,

liebe Gäste,

mit unserem Antrag wollen wir die integrations- und teilhabepolitische Arbeit der Region Hannover strategisch weiterentwickeln und an die gesellschaftlichen Realitäten unserer Zeit anpassen.

Das bisherige Integrationskonzept stammt aus dem Jahr 2016. Es ist in einer besonderen gesellschaftlichen Situation entstanden und war damals richtig und wichtig. Heute stehen wir jedoch vor anderen Herausforderungen und vor einer deutlich vielfältigeren gesellschaftlichen Realität.

Die Region Hannover ist eine moderne, vielfältige und postmigrantische Gesellschaft. Menschen erleben Teilhabe und Ausgrenzung nicht nur entlang einer einzelnen Dimension. Herkunft, soziale Lage, Geschlecht, Behinderung, Alter oder sexuelle Orientierung wirken häufig zusammen und beeinflussen ganz konkret die Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe.

Deshalb braucht es heute einen breiteren Blick auf Teilhabe, Diversität und Antidiskriminierung.

Und darum geht es in unserem Antrag.

Dabei erkennen wir ausdrücklich an, dass bereits sehr viel gute Arbeit geleistet wird, in den Kommunen, in der Zivilgesellschaft und auch innerhalb der Verwaltung. Es gibt zahlreiche Projekte, Programme und Zuständigkeiten. Aber vieles läuft nebeneinander, Zuständigkeiten überschneiden sich und Potenziale bleiben ungenutzt.

Deshalb schlagen wir einen strukturierten und schrittweisen Prozess vor.

Die Verwaltung soll zunächst eine belastbare Grundlage erarbeiten:

Wie kann ein ressortübergreifendes Diversitäts- und Teilhabekonzept organisiert werden?

  • Wo liegen die zentralen Handlungsfelder?
  • Welche Strukturen gibt es bereits?
  • Welche Ressourcen werden tatsächlich benötigt?

Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, alles gleichzeitig neu aufzubauen. Es geht darum, Bestehendes besser zu verzahnen, Prioritäten zu setzen und gemeinsame strategische Ziele zu entwickeln.

Unser Antrag umfasst dabei wichtige gesellschaftliche Themenfelder:

Migration und Teilhabe, Inklusion, Gleichstellung, queere Teilhabe, Antirassismus und Antidiskriminierung, Demokratieförderung sowie interkulturelle und institutionelle Öffnung.

Denn Teilhabe ist eine zentrale Voraussetzung für gesellschaftlichen Zusammenhalt und für das Vertrauen in unsere demokratischen Institutionen.

Die Region Hannover sollte hier eine klare und koordinierende Rolle einnehmen, nicht als zusätzliche Parallelstruktur, sondern als verbindende und strategische Akteurin gemeinsam mit den Kommunen.

Und wir tun das mit Augenmaß. Der Antrag berücksichtigt die aktuelle Haushaltslage und setzt bewusst auf ein ressourcenschonendes Vorgehen. Gerade deshalb ist ein strukturierter Überblick jetzt notwendig.

Unser Ziel ist eine moderne, vernetzte und zukunftsfähige Teilhabepolitik für die Region Hannover.

Ich bitte deshalb um Zustimmung zu diesem Antrag.

Anlage

„Eine Region der Vielen“ Optimierung der integrationspolitischen Strategie der Region Hannover – Entwicklung eines Diversitäts- und Teilhabekonzepts (Antrag SPD/GRÜNE – 4950 (V) Ant)

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