Antrag

Eine Region der Vielen

Optimierung der integrationspolitischen Strategie der Region Hannover – Entwicklung eines Diversitäts- und Teilhabekonzepts

Beschlussvorschlag

Die Verwaltung der Region Hannover wird beauftragt, einen Vorschlag zur Vorbereitung und Umsetzung eines ressortübergreifenden Diversitäts- und Teilhabekonzepts zu erarbeiten und dem zuständigen Ausschuss bis zum Ende des 1. Quartals 2027 vorzulegen.

Ziel der vorbereitenden Phase ist es, die bestehenden Programme, Aktivitäten, Zuständigkeiten und Schnittstellen innerhalb der Regionsverwaltung systematisch zusammenzuführen, zentrale Handlungsfelder zu identifizieren und zu priorisieren sowie eine belastbare Entscheidungsgrundlage für die weitere konzeptionelle Ausgestaltung zu schaffen. Dabei geht es ausdrücklich um eine strukturierende Übersicht und Schwerpunktsetzung, nicht um die gleichzeitige Bearbeitung aller Themenfelder.

Der Vorschlag soll insbesondere enthalten:

  • die organisatorische Federführung,
  • die Prozess- und Projektstruktur,
  • eine realistische Zeitplanung,
  • eine Einschätzung des erforderlichen personellen und finanziellen Ressourceneinsatzes.

Das geplante Konzept soll insbesondere folgende Themenfelder berücksichtigen:

  • Migration und gesellschaftliche Teilhabe
  • Inklusion
  • Gleichstellung
  • queere Teilhabe
  • Antirassismus und Antidiskriminierung
  • Demokratieförderung und Demokratiebildung
  • interkulturelle und institutionelle Öffnung.

Das Vorgehen erfolgt schrittweise und ressourcenschonend vor dem Hintergrund der Haushaltskonsolidierung und knüpft an bestehende regionale und kommunale Strukturen an. Doppelstrukturen sollen vermieden werden. Eine Finanzierung aus dem Regionsfonds für Vielfalt und Teilhabe ist nicht vorgesehen.

Auf Grundlage der vorbereitenden Arbeiten legt die Verwaltung dem zuständigen Ausschuss ein Vorgehenskonzept als Grundlage für eine politische Beschlussfassung vor.

Sachverhalt

Nach fast zehn Jahren besteht Bedarf an einer strategischen Optimierung der integrationspolitischen Arbeit der Region Hannover. Das Integrationskonzept aus dem Jahr 2016 entstand maßgeblich im Kontext der Fluchtbewegungen 2015/2016 und bildet die heutigen gesellschaftlichen Realitäten nur noch eingeschränkt ab.

Die Region Hannover ist heute eine postmigrantische Gesellschaft: Vielfältige Lebenslagen und Mehrfachdiskriminierungserfahrungen – etwa in Bezug auf soziale Lage, Geschlecht, Behinderung, Alter oder sexuelle Orientierung – beeinflussen die Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe. Fachlich hat sich der Fokus daher von einer klassischen Integrationspolitik hin zu einem erweiterten Verständnis von Diversität, Teilhabe, Antidiskriminierung sowie interkultureller und institutioneller Öffnung verschoben.

Die operative Integrations- und Teilhabearbeit findet überwiegend in den Kommunen statt, die vielfach bereits über eigene Konzepte und Strukturen verfügen. Eine Fortschreibung des bisherigen Integrationskonzepts auf regionaler Ebene würde daher die Gefahr von Doppelstrukturen, geringer Akzeptanz und begrenzter Wirksamkeit bergen.

Die Region Hannover sollte ihre Rolle daher stärker als strategische, koordinierende und rahmensetzende Akteurin wahrnehmen. Ziel der Optimierung ist es, vorhandene Strukturen sichtbar zu machen, besser zu verzahnen und gemeinsame Prioritäten für eine zukunftsfähige Diversitäts- und Teilhabepolitik zu entwickeln. Das vorgeschlagene schrittweise Vorgehen trägt zugleich den Anforderungen der Haushaltskonsolidierung Rechnung.

Eingereicht am
09. April 2026

Behandelt am
offen

Ergebnis
offen

Dokumente
4950 (V) Ant