TOP 4: Aktuelle Stunde „MHH-Stadtbahnanschluss öffentlich diskutieren – Einwohnerinnen und die gesamte Regionsversammlung an der Diskussion beteiligen“ Antrag der Fraktion BSW vom 5. November 2025
– Es gilt das gesprochene Wort –
Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
sehr geehrte Damen und Herren,
ich freue mich, dass wir heute über die Stadtbahnanbindung der neuen Medizinischen Hochschule Hannover sprechen. Das Thema ist wichtig für unsere Region und verdient eine sachliche, konstruktive Diskussion.
Zugleich möchte ich betonen, dass diese Fragen in den vergangenen Monaten bereits sehr ausführlich und transparent in den zuständigen Gremien behandelt wurden, nämlich u. a. im Verkehrsausschuss, in der Regionsversammlung und im Rat der Landeshauptstadt.
Die Stadtbahnanbindung der MHH ist kein „nice to have“.
Sie ist zwingend notwendig.
Wer eine moderne Klinik baut, muss auch für eine moderne und nachhaltige Mobilität sorgen. Die neue MHH wird ein zentraler Ort für Gesundheit, Forschung und Lehre sein, ein Arbeitsplatz für Tausende Menschen und ein Ziel für viele in unserer Region.
Dass eine Einrichtung dieser Bedeutung künftig nicht direkt an den öffentlichen Nahverkehr angebunden sein sollte, wäre unverständlich. Eine Stadtbahn zur MHH ist keine Komfortfrage, sondern eine Frage von Vernunft und Verantwortung. Mit der neuen Verbindung entsteht erstmals eine direkte Stadtbahnlinie vom Hauptbahnhof zur MHH.
Das ist ein echter Fortschritt für Patient:innen, Beschäftigte, Studierende und Besucher:innen.
Andere Städte zeigen längst, wie es geht.
In Ulm oder Stockholm halten Stadtbahnen selbstverständlich direkt an großen Kliniken.
Das sollte auch in Hannover selbstverständlich sein.
Und die Menschen in unserer Region wollen das ebenfalls.
Eine Umfrage der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung hat gezeigt, dass über 80 Prozent der Befragten eine Stadtbahnanbindung befürworten.
Das ist ein deutliches Signal.
Die Stadtbahn ist das Rückgrat unseres Nahverkehrs.
Sie ist zuverlässig, barrierefrei und klimafreundlich.
Sie befördert in Spitzenzeiten ein Vielfaches dessen, was Busse leisten können.
Wer den Umstieg vom Auto fördern will, braucht starke Systeme und keine Zwischenlösungen.
Jede Fahrt mit der Stadtbahn statt mit dem Auto spart CO₂, reduziert Lärm und entlastet die Umgebung der MHH. Das ist konkreter Klimaschutz im Alltag.
Darüber hinaus ist die Anbindung auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit.
Wer krank ist, braucht kurze Wege.
Wer im Schichtdienst arbeitet, braucht Verlässlichkeit.
Und wer auf Barrierefreiheit angewiesen ist, darf keine langen Strecken zur Haltestelle zurücklegen müssen.
Eine gute Stadtbahnanbindung stärkt außerdem die Attraktivität der MHH als Arbeitgeberin. In Zeiten des Fachkräftemangels ist die Erreichbarkeit ein entscheidender Standortfaktor. Wer Fachkräfte gewinnen und halten will, muss ihnen einen verlässlichen, umweltfreundlichen und barrierefreien Arbeitsweg bieten.
Darum muss die Stadtbahn direkt und komfortabel bis an den Haupteingang des Neubaus geführt werden. Eine Haltestelle, die mehrere Hundert Meter entfernt liegt, reicht nicht aus.
Die Trasse über den Stadtfelddamm ist dabei die sinnvollste Lösung. Sie schafft einen direkten Weg zur MHH und stärkt zugleich die Mobilitätswende in den umliegenden Stadtteilen.
Die Regionsversammlung und der Rat der Landeshauptstadt haben sich bereits eindeutig für die Stadtbahnanbindung ausgesprochen. Das zeigt den breiten politischen Rückhalt für dieses Zukunftsprojekt.
Diese Verbindung ist nicht nur ein Verkehrsprojekt.
Sie ist eine Investition in Lebensqualität, Gesundheit und Zukunft.
Kontakt für Rückfragen

Eike Lengemann
Sprecher für Schienenverkehr
eike.lengemann@regionsversammlung.de