Pressemitteilung

„Druck auf Transdev muss erhöht werden“

Joerg Huettenhoelscher / Adobe Stock

Immer wenn man denkt, dass es schlimmer nicht werden kann, setzt die S Bahn-Hannover noch einen drauf: Jetzt warnte sie sogar ihre eigenen Fahrgäste davor, ihre Bahnen zu nutzen. „Damit ist eine rote Linie überschritten“, sagt Eike Lengemann, Schienenpolitischer Sprecher der Grünen Regionsfraktion. „Sicherlich ist Transdev längst nicht an allen Problemen schuld, aber statt von einer Mitfahrt abzuraten, sollte das Unternehmen Perspektiven aufzeigen und Lösungen präsentieren.“

Der Druck auf Transdev muss jetzt erhöht werden

Eike Lengemann

Der schienenpolitische Sprecher, weist auf eine Fülle von Versäumnissen hin: „Das Ausbesserungswerk in Celle bietet noch immer zu wenig Kapazitäten für Wartungen und Reparaturen. Auf den Schienen verkehren nur noch rund die Hälfte der Wagen, die vertraglich vereinbart sind. Verspätungen und Ausfälle haben sich im Sommer gehäuft, außerdem sind viele Bahnen mit zu wenig Waggons unterwegs.

„Der Druck auf Transdev muss jetzt erhöht werden“, fordert Eike Lengemann. „Vertragsstrafen allein genügen offensichtlich nicht. Weitere Optionen müssen geprüft werden. Dazu könnte beispielsweise gehören, dem Unternehmen einen Teil des Auftrages zu entziehen und die Leistungen an Mitbewerbende zu vergeben. Bei künftigen Ausschreibungen muss noch mehr als bisher die Qualität und Verlässlichkeit der Angebote geprüft werden.“ Wie schlecht die S-Bahn inzwischen dasteht, zeigt auch der Qualitätsmonitor der LNVG. „Wir Grünen haben uns für die Einführung dieses Monitors eingesetzt, damit die Qualität sichtbar wird. Diese dauerhaft schlechte Leistung kostet uns Vertrauen und Fahrgäste“, kritisiert Lengemann. „Dabei haben wir uns mit dem Verkehrsentwicklungsplan 2035+ das genaue Gegenteil vorgenommen: Wir wollen die Fahrgastzahlen im öffentlichen Nahverkehr verdoppeln.“

Dafür müssen alle Unternehmen liefern, das gilt auch für die DB Infra Go, die so schnell wie möglich die marode Infrastruktur auf Vordermann bringen muss. Das betrifft insbesondere Signale, Oberleitungen und Weichen. Nadelöhre wie der Hauptbahnhof Hannover müssen ebenfalls schnellstmöglich beseitigt werden, indem neue Gleise verlegt und Bahnsteige gebaut werden. Hier ist vor allem der Bund gefordert, der die erforderlichen finanziellen Mittel aus dem Klima- und Transformationsfonds zur Verfügung stellen muss, anstatt damit Löcher im Bundeshaushalt zu stopfen.

Kontakt für Rückfragen

Eike Lengemann
Schienenpolitischer Sprecher
eike.lengemann@regionsversammlung.de