Bericht aus der Fraktion

Grüne im Dialog mit Bianka Bradler vom Paritätischen Wohlfahrtsverband

Bianka Bradler im Gespräch mit der Fraktion (v.l.n.r. Birgit Ballweg, Bianka Bradler, Christian Hinrichs)
Bianka Bradler im Gespräch mit der Fraktion (v.l.n.r. Birgit Ballweg, Bianka Bradler, Christian Hinrichs)

In der vergangenen Woche durften wir Bianka Bradler, die Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Region Hannover, als Gast in der Regionsfraktion begrüßen. In einem intensiven Gespräch mit unserem sozialpolitischen Sprecher Christian Hinrichs und der gesundheitspolitischen Sprecherin Birgit Ballweg stellte sie sich und ihre Arbeit vor und ging auf die aktuellen Herausforderungen ein, die unsere sozialen Systeme in der Region stark beanspruchen.

Viele zivilgesellschaftliche Strukturen, wie etwa Suchthilfeeinrichtungen, Pflegeangebote oder Integrationsprojekte, übernehmen Aufgaben, die aus verschiedenen Gründen von der Verwaltung nicht übernommen werden können. Oft werden diese Leistungen als selbstverständlich betrachtet oder unbeachtet gelassen. Dabei stehen sie immer wieder im Fokus politischer Kürzungsdebatten – wie zuletzt in der Landeshauptstadt. Birgit Ballweg betont hier: „Gerade gemeinnützigen Angebote der Freien Wohlfahrtspflege spielen eine wichtige Rolle in unserem Gesundheits- und Pflegewesen. Besonders Menschen die von den klassischen Sicherungssystemen nicht erfasst werden, finden hier ein Sicherungsnetz, dass wir nicht abbauen dürfen.“

Ein Großteil der rund 190 gemeinnützigen Vereine, die über den Paritätischen Wohlfahrtsverband in der Region organisiert sind, arbeitet ehrenamtlich oder mit nur wenigen hauptamtlichen Kräften. Im Gespräch wurde deutlich, wie groß das Engagement der vielen Ehrenamtlichen ist und wie unverzichtbar ihre Arbeit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist – und das zu einem Bruchteil der eigentlichen Kosten. Daher betonten sowohl die Grünen als auch der Paritätische, dass es nicht nur ausreichend finanzielle Mittel braucht, sondern auch eine stärkere Anerkennung der Arbeit durch Politik und Gesellschaft. Diese darf nicht weiterhin immer wieder infrage gestellt werden.

Soziale Sicherheit braucht verlässliche Angebote in der Region, die über kurzfristige Projekte hinausgehen.

— Christian Hinrichs

Im Anschluss sprachen beide Seiten darüber, wie diese zivilgesellschaftlichen Strukturen auch in Zeiten knapper kommunaler Kassen langfristig gesichert werden können. Dabei wurde klar, dass insbesondere bestehende Einrichtungen erhalten und weiterentwickelt werden müssen, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Christian Hinrichs machte klar: „Soziale Sicherheit braucht verlässliche Angebote in der Region, die über kurzfristige Projekte hinausgehen. In Krisenzeiten zeigt sich, wie wichtig die Soziale Arbeit als Lebensversicherung ist, die Vertrauen schafft. Für die großen gesellschaftlichen Aufgaben müssen daher langfristige Finanzierungsperspektiven geschaffen werden.“ Es wird deutlich, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik und Zivilgesellschaft eine Schlüsselrolle spielen wird, um notwendige Investitionen zu sichern und voranzutreiben.

Auch die zukünftige strukturelle Ausrichtung des Paritätischen Wohlfahrtsverbands war Thema des Gesprächs. Durch die Namensänderung wurde bereits ein stärkerer Fokus auf die gesamte Region Hannover gelegt. Eine Neuorganisation hat zudem Kapazitäten geschaffen, um den wachsenden Anforderungen noch besser gerecht zu werden – ein Prozess, den die Grüne Regionsfraktion positiv bewertet. Denn der Regionsgedanke, den die Grünen seit Beginn der Region Hannover vertreten, spiegelt sich nun auch in einer starken sozialpolitischen Stimme wider.

Die Grünen sagten zu, auch in Zukunft ein offenes Ohr zu haben und sich in der Regionsversammlung weiterhin für die Förderung der verschiedenen Einrichtungen stark zu machen. Birgit Ballweg und Christian Hinrichs bedankten sich für das Gespräch und vereinbarten weiterhin den Kontakt zwischen Verband und Politik zu suchen: „Im Dialog hat sich gezeigt, dass unser solidarischer Ansatz – der den Menschen in den Mittelpunkt stellt – der Schlüssel zu einer erfolgreichen Sozialpolitik ist. Wir fühlen uns in unserem Kurs bekräftigt, der Gerechtigkeit, Teilhabe und Chancengleichheit fördert und werden uns auch weiterhin dafür einsetzen, soziale Strukturen nicht kaputtzusparen.“

Kontakt für Rückfragen

Birgit Ballweg (Foto: Sven Brauers)

Birgit Ballweg
Gesundheitspolitische Sprecherin
birgit.ballweg@regionsversammlung.de

Christian HInrichs (Foto: Sven Brauers)

Christian Hinrichs
Sozialpolitischer Sprecher
christian.hinrichs@regionsversammlung.de