Rede

Simone Meyer: Rede zum Teilprogramm Windenergie

Simone Meyer (Foto: Sven Brauers)
Simone Meyer (Foto: Sven Brauers)

TOP 05: Regionales Raumordnungsprogramm Region Hannover (RROP) – Sachliches Teilprogramm Windenergie 2025 hier: Beschluss über die im Beteiligungsverfahren vorgebrachten Anregungen und Bedenken und über den Entwurf als Satzung

– Es gilt das gesprochene Wort –

Sehr geehrte Frau Vorsitzende,

sehr geehrter Herr Regionspräsident,

sehr geehrte Regionsabgeordnete,

liebe Bürgerinnen und Bürger,

Heute treffen wir eine Entscheidung, die die Zukunft unserer Region und der nächsten Generationen maßgeblich beeinflusst. Der Klimaschutz ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Wir müssen jetzt handeln, denn der Klimawandel wartet leider nicht darauf, dass wir uns hier alle einig sind. Der Ausbau der Windkraft ist unerlässlich – nicht nur für den Klimaschutz, sondern auch für die strategische Entwicklung unserer Region.

Netzbetreiber betonen, dass die Raumplanung für Windkraft die Grundlage für ihre Infrastrukturplanung bildet. Ohne klare Flächenzuweisung kann der Netzausbau nicht bedarfsgerecht erfolgen. Eine schrittweise Ausweisung von Windkraftflächen wäre daher kontraproduktiv.

Windkraft steigert die wirtschaftliche Attraktivität unserer Region. Investoren und Unternehmen bevorzugen Standorte mit nachhaltiger Energieversorgung. Damit schaffen wir nicht nur Klimaschutz, sondern auch Arbeitsplätze.

Wir wissen, dass das Thema Windkraft kontrovers ist und viele Bürgerinnen und Bürger Sorgen haben. Doch die Regionsverwaltung hat wie wir auch diese ernst genommen und umfangreiche Beteiligungsformate angeboten: Informationsveranstaltungen, Diskussionsrunden und Umweltverträglichkeitsprüfungen vorgenommen. Viele Anliegen sind dabei in die Planung bereits eingeflossen.

Ein gelungenes Beispiel für Bürgerbeteiligung ist übrigens die Ortschaft Eldagsen. Ortsbürgermeister Jürgen Rohlf (CDU) hat durch frühzeitige Information und transparente Kommunikation Akzeptanz geschaffen.

Statt Ängste zu schüren, hat er die Vorteile für die Bürgerinnen und Bürger hervorgehoben – unter anderem die Akzeptanzabgabe, die bis zu 30.000 Euro pro Jahr und Windrad einbringen kann. Diese Mittel müssen die Kommunen für freiwillige Maßnahmen verwenden, wie z.B. Naturschutzprojekte oder Kultur- oder Bildungsmaßnahmen. Zudem profitieren Anwohner im Umkreis von 2,5 Kilometern finanziell durch Beteiligungsmodelle wie vergünstigte Stromtarife oder direkte Auszahlungen. Dies trägt erheblich zur Akzeptanz bei.

Wissen sie was mich daran verwundert – und ehrlich gesagt auch irritiert – das ist die Tatsache, dass die CDU auf Regionsebene eine völlig andere Haltung an den Tag legt. Während vor Ort in Eldagsen konstruktiv und zukunftsorientiert gearbeitet wird, scheint die CDU hier in der Regionsversammlung auf Blockade zu setzen.

Doch was kostet es wirklich, wenn wir jetzt nicht handeln?

  • Höhere Strompreise: Fossile Energieimporte werden immer teurer.
  • Fossile Abhängigkeit: Statt regionaler Eigenversorgung droht die Abhängigkeit von autokratischen Staaten.
  • Klimaschäden: Diese treffen unsere Infrastruktur, Landwirtschaft und unsere Lebensqualität – und das mit immer größerer Wucht.
  • Verpasste Zukunftschancen: Ohne den Ausbau der Windkraft droht unsere Region als Industriestandort an Attraktivität zu verlieren.

Wir brauchen Mut statt Rückschritt!

Wir setzen auf eine saubere und sichere Energiezukunft für unsere Region. Windkraft ist ein zentraler Baustein dabei, und wir werden diese Verantwortung nicht aufschieben.

Lasst uns nicht Don Quijote spielen und gegen harmlose Windmühlen kämpfen. Lasst uns vielmehr mit klarem Verstand und verantwortungsvollem Handeln die Energiewende vorantreiben.

Deshalb bitte ich Sie heute um Ihre Zustimmung zum Ausbau der Windkraft. Lassen Sie uns gemeinsam die Zukunft gestalten – für eine Region, die nachhaltig und lebenswert bleibt!

Vielen Dank.

Anlage

Regionales Raumordnungsprogramm Region Hannover (RROP) – Sachliches Teilprogramm Windenergie 2025 hier: Beschluss über die im Beteiligungsverfahren vorgebrachten Anregungen und Bedenken und über den Entwurf als Satzung – 3577 (V) BDs

Kontakt für Rückfragen

Simone Meyer
Sprecherin für Regionalplanung, Naherholung, Metropolregion und Europa
simone.meyer@regionsversammlung.de